Zum Hauptinhalt springen

Einleitung

Mut bringt Gehalt

Bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit verdienen Frauen durchschnittlich acht Prozent weniger als Männer. Doch wieso ist das so und was können Sie dagegen tun?

Stellen Sie sich den Gehaltsetat eines Unternehmens wie einen Kuchen vor, der nicht zuletzt nach folgendem Prinzip verteilt wird: Wer zuerst "Hunger!" schreit, bekommt ein Stück – solange der Vorrat reicht. Aber bis eine Frau es wagt, mehr Gehalt zu fordern, haben gewöhnlich drei bis vier Männer zugeschlagen. Und der Etat ist abgeräumt.
Dabei hätten Frauen allen Grund, sich teuer zu verkaufen. Ihre Schul- und Studienabschlüsse nehmen es locker mit denen der männlichen Kollegen auf. Oft arbeiten sie besonders zielgerichtet und zuverlässig, gehen konstruktiv mit Kunden und Kollegen um, glänzen durch Emotionale Intelligenz und machen sogar auf halben Stellen einen ganzen Job. Frauen sollten sich also nicht hinter falscher Bescheidenheit verstecken.

Wer sich nicht traut, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen, hat tausend Ausreden. Mancher sagt sich: "150 Euro mehr im Monat – was ist das schon?" Das sind, um genau zu sein, 1.800 Euro im Jahr. Das sind, um noch genauer zu sein, 18.000 Euro in zehn Jahren. Und das sind, auf 30 Jahre gerechnet, 54.000 Euro. Und nehmen wir an, Sie geben sich nicht mit einer Gehaltserhöhung zufrieden, sondern setzen alle zwei Jahre eine Forderung von 150 Euro durch: Dann sprechen wir, auf zehn Jahre gerechnet, bereits von 54.000 Euro; auf 39 Jahre sogar von 432.000 Euro. Und wenn Sie jetzt noch die Zinsen auf das Geld addieren, sind Sie einer Million nicht fern.

Die weiteren Ausreden sind genauso vielfältig wie absurd. "Über Geld spricht man nicht" oder "Der Chef wird mich lieber gehen lassen, als mir mehr Gehalt zu zahlen", sind weit verbreitete Trugschlüsse über Gehaltsverhandlungen. Tatsächlich ist es so, dass der Chef es schätzt, wenn Sie in der Lage sind, für Ihre eigenen Interessen einzutreten. Seien Sie sich bewusst, dass es gute Gründe für eine Gehaltserhöhung gibt. Für Ihren Chef ist es sogar meist von Vorteil Ihnen eine Gehaltserhöhung zu geben bevor Sie das Unternehmen verlassen. Die Einstellung und Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters für Ihre Stelle kostet viel Zeit und Nerven.

© Wehrle, Martin, Geheime Tricks für mehr Gehalt, Berlin 2003, Econ-Verlag

Unterstützer

Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert.