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Frauennetzwerk „wom:energy“

  • Branche: Energiewirtschaft, Energieerzeugung, Energiehandel, Energieverteilung, Energiedienstleistung
  • Mitarbeitende: ca. 6.400
  • Anzahl weibliche Mitarbeitende: ca. 1.900
  • Unternehmensprofil

Zielgruppen

Alle Mitarbeiterinnen der MVV-Gruppe

Beginn

März 2022

Dauer

fortlaufend

Was ist „wom:energy“ und wie ist es entstanden?

 

„Wom:energy“ ist der Name des unternehmensinternen Frauennetzwerks der MVV. Offiziell gegründet wurde es für den Gesamtkonzern im Jahr 2022. Doch die Wurzeln liegen schon länger zurück. Da die MVV-Gruppe in ganz Deutschland Standorte hat, hatten sich Mitarbeiterinnen schon früher an verschiedenen Standorten lokal zusammengeschlossen und Austausch gepflegt. Doch eine standortübergreifende Vernetzung aller weiblichen Mitarbeitenden gab es nicht. Die neue Kultur der digitalen Zusammenarbeit während der Corona-Pandemie brachte schließlich das lokale Frauennetzwerk am Standort Offenbach auf die Idee, den Gedanken der übergreifenden Vernetzung der MVV-Mitarbeiterinnen an die Stabsabteilung der Konzernzentrale heranzutragen. Dort stieß die Idee auf Unterstützung und die Gründung von „wom:energy“ kam ins Rollen. Auf einer großen Gründungsveranstaltung anlässlich des Internationalen Frauentags 2022 waren alle MVV-Mitarbeiterinnen eingeladen, über die Ziele, Mehrwerte, Inhalte sowie Logo und Namen eines konzernweiten Frauennetzwerkes zu diskutieren und diese zu erarbeiten. Am Ende war „wom:energy“ geboren.

 

Warum gibt es dieses Netzwerk?

 

Das MVV-Frauennetzwerk sollte den Grundgedanken der anfangs lokalen Gruppen aufgreifen und weiterentwickeln. Es dient dazu, Kolleginnen und deren berufliche Wege außerhalb des eigenen Standorts kennenzulernen und sie in das eigene Netzwerk aufzunehmen, Einblicke in die verschiedenen Gesellschaften des Konzerns zu erhalten, Sichtbarkeit von Frauen im Konzern zu erhöhen und sich zu Fragen und Themen im geschützten Raum auszutauschen, die speziell die Mitarbeiterinnen bewegen. In der Energiebranche arbeiten weiterhin überwiegend Männer, sodass Frauen stark davon profitieren, wenn sie sich in einem Umfeld wie „wom:energy“ gegenseitig stärken können.

 

Die Ziele variierten seit der Entstehung. Zu Beginn standen klar das Netzwerken und gegenseitige Kennenlernen im Fokus. Im zweiten Jahr des Bestehens ging es stärker darum, die Themen sichtbar zu machen, die fast alle Mitarbeiterinnen gleichermaßen beschäftigten. Das waren Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Arbeit/ Karriere in Teilzeit und Führung in einer männlich dominierten Branche. Hier war es für die Mitarbeiterinnen sehr hilfreich, Einblicke in die Berufs- und Karrierewege verschiedener Kolleginnen zu erhalten. Im dritten Jahr war es das Ziel, Austausch und Wissen zu Branchenthemen zu stärken und Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung zu beleuchten, um gegenseitig die Stärken zu stärken. Auch in Zukunft sind kontinuierliche Weiterentwicklungen geplant, immer in enger Abstimmung mit den Wünschen der Netzwerk-Mitglieder. Für 2024 stehen unter anderem die Themen Vereinbarkeit, Frauen & Finanzen sowie Deep Networking auf dem Plan.

Umsetzung

Die gesamte Organisation des Netzwerks findet im so genannten Kernteam statt, in dem aus jeder Gesellschaft der MVV-Gruppe zwei Frauen vertreten sind. So hat das Netzwerk stets den direkten Draht zu allen Konzernbereichen und kann schnell und flexibel auf Ideen, Wünsche, Anregungen reagieren. Das Kernteam wiederum ist eng angebunden an die Stabsabteilung „Vielfalt & Prävention“, die dem Vorstandsbereich „Personal“ zugeordnet ist. Dank dieser festen Verankerung des Netzwerkes innerhalb des Konzerns stehen auch finanzielle Mittel für die Netzwerk-Arbeit zur Verfügung, die zum Beispiel eine Akquise exklusiver Referentinnen oder Ausrichtung hochwertiger Formate ermöglichen. Das Kernteam trifft sich für die Jahresplanung mindestens einmal in Präsenz, ansonsten alle zwei Wochen per Online-Meeting um alle anstehenden Termine und Aufgaben zu besprechen. Jeden zweiten Donnerstag im Monat stehen dann um die Mittagszeit die Netzwerke-Angebote auf dem Plan: von Impulsvorträgen, über Interviews mit Frauen, Coachings, Trainings bis hin zu Workshops oder kleineren Präsenztreffen an den einzelnen Standorten – die Angebotspalette ist breit und vielfältig. Das Netzwerk bietet neben den Frauenbezogenen Themen auch Formate und Inhalte an, die allen Mitarbeitenden im Konzern offenstehen, unabhängig vom Geschlecht. Inzwischen ist das Netzwerk so etabliert, dass auch diese allgemeinen Termine stets gut besucht sind. Hilfreich ist dabei, dass das Netzwerk innerhalb des Konzernintranets einen eigenen Bereich hat und News somit leicht zugänglich sind.

Kommunikation

Intranet
Teamskanal
wom:energy-Postfach

Ergebnisse

250

aktive Mitglieder

16

Frauen im Kernteam

20

Veranstaltungen pro Jahr

Wie wird das Netzwerk im Arbeitsalltag angenommen?

Die Arbeit von „wom: energy“ ist bisher ein großer Erfolg und wird sowohl von der Zielgruppe als auch der männlichen Belegschaft durchweg positiv aufgenommen. Die regelmäßigen internen Umfragen zeigen, dass den Frauen vor allem das strukturierte Angebot gefällt, das heißt, dass die Treffen immer einen thematischen Fokus haben. Auch die Sonderformate, wie spezielle Trainings oder Coachings, kommen sehr gut an. Da das Kernteam immer stark auf die Qualität Referierender und/ oder der Inhalte achtet, hat sich das Netzwerk konzernweit einen sehr guten Ruf erarbeitet und wird so wiederum auch attraktiv für neue Mitarbeiterinnen. Das Netzwerk wie auch der gesamte Konzern legen aber Wert darauf, dass die Netzwerkarbeit kein Ersatz für die Personalentwicklung bei MVV ist. Hier leistet die Personalabteilung der MVV weiterhin vollumfängliche Arbeit für alle Mitarbeitenden.

 

„Neben all den Vorteilen, die man inhaltlich durch die Teilhabe an wom:energy hat, ist für mich besonders wichtig, dass sich die Teilnehmerinnen unterhaken, gegenseitig unterstützen, ermutigen, stärken und mit Best Practices coachen.“
(Verena Amann, Mitglied des Vorstands, Bereich Personal)

Vorteile

  • Austausch über Abteilungs- und Gesellschaftsgrenzen hinweg
  • Wissen über das Unternehmen im Unternehmen erweitern
  • Frauen können Themen und Fragen, die ihnen wichtig sind, unbürokratisch, direkt und in einem geschützten Raum adressieren
  • ein Weg für die Frauen, im Unternehmen sichtbar zu sein und sich gegenseitig zu stärken
  • kurze Wege
  • Erkenntnisgewinne für das Unternehmen, z.B. für die Personalentwicklung

Herausforderungen

  • darauf achten, dass die Teilnahme für die Frauen innerhalb ihres Teams leicht zu organisieren ist bzw. zu den Arbeitsstrukturen passt. Hier ist Offenheit wichtiger als starre Vorgaben.
  • interne Kommunikation, ob Netzwerktreffen Arbeitszeit oder Freizeit sind. Auch hier ist ein offener Dialog intern wichtig und führt eher zum Ziel als pauschale Vorgaben.
  • „Digitale Präsenz“: oft kam der Wunsch nach Aufzeichnungen einzelner Treffen, aber das Kernteam hat sich hier klar positioniert, dass gerade der offene und persönliche Austausch im geschützten Rahmen ein zentraler Mehrwert des Netzwerkes ist. Dieser Grundgedanke könnte durch die Verbreitung von Aufzeichnungen aufgeweicht werden.

Erfolgsfaktoren

  • uneingeschränkte Unterstützung des Vorstands
  • Kernteam mit Vertreterinnen aus allen Teilgesellschaften
  • ständiger Dialog mit den Mitgliedern zu Themenauswahl und Formaten
  • ein geschützter Raum für Themen, die in der männerdominierten Energiebranche Frauen manchmal speziell beschäftigen
  • transparente Arbeit, sodass das Netzwerk von außen nie als Abgrenzung gegenüber den männlichen Kollegen verstanden wurde
  • Empowerment als Kernidee: Stärken stärken statt Schwächen schwächen
  • Moderation der Themen/Formate für Effizienz und Effektivität

Fazit & Key Learning

Gerade zu Beginn war die Lernkurve in der Netzwerkarbeit steil. Es zeigte sich schnell, dass vor allem der ständige Dialog mit den Mitgliedern über Wünsche und Themen enorm half, die Angebote auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abzustimmen und so die positive Resonanz immer weiter zu steigern. Außerdem ließen sich die Teilnehmendenzahlen anheben/erhöhen, indem die Themen einzelner Netzwerk-Treffen vorab kommuniziert wurden. So können die Frauen im Voraus gut planen, ob ein Termin für sie relevant ist und zeitlich gegenüber dem Tagesgeschäft priorisiert werden kann oder eben nicht. Dadurch konnte zum Beispiel das Erwartungsmanagement verbessert werden. Die Netzwerk-Treffen rotierend moderieren zu lassen gehörte ebenfalls zu den wichtigen Erkenntnissen, denn so empfinden die Teilnehmenden die Treffen als abwechslungsreich und sehen auch ihren eigenen Konzernbereich vertreten.