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Blick in die Zukunft

21-02-2020 | Brigitte Abrell
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Ein letztes Thema hat sich in unseren Interviews als Knackpunkt erwiesen: das Netzwerken. Wer in Teilzeit führt, hat weniger Zeit für die Netzwerkpflege – und die ist wichtig für die Karriere. Was wäre Ihr Rat?

Ein Tipp aus meiner persönlichen Erfahrung ist, hausinterne Möglichkeiten zum Netzwerken stärker zu nutzen. Ich habe mir zum Beispiel eine Geburtstagsliste mit allen wichtigen KollegInnen angelegt, um diesen dann kurz telefonisch zu gratulieren und so den Kontakt zu halten. Als Führungskraft in Teilzeit muss man wirklich ganz bewusst schauen, dass das Netzwerken nicht zu kurz kommt: Man muss selbst aktiv werden und sich ganz gezielt bei wichtigen Personen Informationen abholen.

Zum Abschluss möchten wir den Blick in die Zukunft richten: Schlagworte rund um das Thema New Work, zeigen, dass aktuell bereits in vielen Unternehmen ein Wandel im Gang ist. Inwieweit könnte man hier ansetzen und das Thema Führen in Teilzeit positionieren?

Ich bin schlicht und einfach davon überzeugt, dass Führen in Teilzeit ein absolutes Zukunftsthema ist. In 20 oder in 30 Jahren werden sicher nicht mehr so viele Menschen wie heute einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Schon allein deswegen wird sich auch Führung verändern – vielleicht gibt es in der Arbeitswelt der Zukunft auch noch andere Modelle wie Führen auf Zeit oder Führen im Projekt.

Führung in Teilzeit wird im Zuge dieser Entwicklung automatisch kommen. Unternehmen, die sich jetzt dafür bereit machen und entsprechend positionieren, werden auf der Suche nach Fachkräften einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil haben. Es gibt bereits zahlreiche Studien, die zeigen, dass die Studienabgänger von heute und morgen eben nicht mehr nur auf das Gehalt schauen, sondern nach innovativen Arbeitszeitmodellen suchen. Die Möglichkeit zur Führung in Teilzeit kann dann zum Zünglein an der Waage werden.

Ich kenne heute schon Unternehmen, die ihren Sitz auf dem Land haben, in unattraktiven Gegenden, die aber allein aufgrund ihrer Arbeitszeitmodelle immer wieder Initiativbewerbungen bekommen.

 

Herzlichen Dank, liebe Frau Abrell, für das Gespräch!

Unterstützer
Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Baden-Württemberg unterstützt.