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Führen in Teilzeit als Arbeitsmodell

18-02-2020 | Brigitte Abrell
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Liebe Frau Abrell, in unserer Interview-Serie hat sich gezeigt, dass die Teilzeit-Modelle sehr unterschiedlich und individuell auf die jeweilige Führungskraft zugeschnitten sind. Führen in Teilzeit scheint als Arbeitsmodell also noch nicht systematisch in den Unternehmen verankert zu sein.

Wie kann ein systematischer Kulturwandel geschafft werden, wenn es nur Individuallösungen gibt? Müssten nicht systematisch Führungspositionen in Teilzeit ausgeschrieben werden?

In der Tat gibt es keine allgemeingültige "Muster-Lösung" für Führen in Teilzeit, auf die Führungskräfte zurückgreifen können. Vielmehr muss in jedem Unternehmen ein erstes Modell gefunden werden, dass dann zur Blaupause werden kann. Natürlich gibt es auch keine zwei Führungspositionen, die völlig identisch sind – das heißt, auch die Blaupause ist nicht eins zu eins übertragbar. Schließlich sind ja auch die privaten Hintergründe der Führungskräfte ebenfalls sehr unterschiedlich.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn Führungspositionen systematisch auch in Teilzeit ausgeschrieben würden, denn bei genauerer Überprüfung und entsprechender Organisation lassen sich meisten Führungsstellen auch in kürzerer Arbeitszeit erledigen. Dafür werden organisatorische und fachliche Aufgaben, die nicht zwingend von der Führungskraft selbst übernommen werden müssen, auf andere geeignete Personen verlagert. Eine ernst gemeinte Stellenausschreibung mit der dem Angebot "Teilzeit ist möglich" würde auch diejenigen Talente ansprechen, für die eine verantwortungsvolle Aufgabe in Vollzeit und darüber hinaus nicht infrage kommt. Dadurch könnte auch das Potenzial von Frauen in einem Unternehmen deutlich besser genutzt werden und der Anteil der weiblichen Führungskräfte würde steigen. Daraus ergeben sich Vorteile für beide Seiten und die Arbeitgeberattraktivität nimmt deutlich zu.

Unterstützer
Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Baden-Württemberg unterstützt.