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Familien- und Hausarbeit hindert Frauen am Aufstieg

14-09-2017 | Ruth Weckenmann
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"Führungs-Frauen machen viel zu viel im Haushalt", so titelte erst vor wenigen Wochen die Welt in einem Artikel. Anlass gab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die zeigte, dass neben der berühmt-berüchtigten 'gläsernen Decke' vor allem auch die "beachtliche Genderdifferenz in der Arbeitszeit" dazu beiträgt, dass Frauen seltener in Führungspositionen kommen. Denn für die Karriere ist in Deutschland nach wie vor die Präsenz im Betrieb entscheind: Wer aufsteigen will, sollte möglichst Vollzeit arbeiten und auch Überstunden nicht scheuen. Schon auf unteren Führungsebenen werden Frauen, die laut Statistik häufiger in Teilzeit tätig sind und weniger Überstunden machen, so systematisch vom Aufstieg ausgeschlossen.

Dass Frauen tendenziell weniger Stunden im Betrieb verbringen, hat jedoch nichts mit mangelndem Einsatz zu tun, sondern einen ganz anderen, banalen Grund: Selbst "Karrierefrauen" leisten zu Hause mehr Familien- und Hausarbeit als Männer in vergleichbaren Stellungen. Und mit der Mehrarbeit zu Hause schwinden ihre Chancen auf den nächsten Karriereschritt.

Hier setzt nun ein neues, interessantes Projekt an: Mit einem Gutscheinmodell für haushaltsnahe Dienstleistungen wollen die Bundesagentur für Arbeit, das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit der Stiftung Diakonie in einem bundesweit einmaligen Modellprojekt erproben, inwiefern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine Entlastung im Haushalt gefördert werden kann.

Unterstützer
Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Baden-Württemberg unterstützt.