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Frage 2: Wie oft fragen wir noch „Warum“?

20-03-2015 | Melanie Vogel
Bild zum Thema

Wer Kinder hat, erinnert sich sicherlich noch wehmütig oder mit Grauen an die Zeit der „Warum-Phase“. Warum – von morgens bis abends, bis zum Rande der Erschöpfung (nicht der fragenden Person, sondern der, die Antworten finden muss).

Wie froh waren wir, als diese Phase vorbei war – und wie wichtig wäre es, dass diese Phase nie aufhört. Warum? Weil „warum“ eines der wichtigsten, vielleicht sogar das wichtigste Fragewort ist, um Dingen auf den Grund zu gehen. Warum hinterfragt die Welt und den Status Quo. Warum führt zu neuen Ideen, neuen Impulsen, neuen gedanklichen Verknüpfungen und fordert uns auf, unser Wissen zu hinterfragen und aufzufrischen. Ich gebe Ihnen mal ein paar Beispiele:

  • Wann haben Sie das letzte Mal nach Höherem gestrebt?
  • Wann haben Sie das letzte Mal Grenzen überschreiten?
  • Wann haben Sie das letzte Mal nach den Sternen gegriffen?
  • Wann haben Sie zum letzten Mal Unbekanntes erforscht?

Die Fragen sind klar definiert – vielleicht können Sie sogar ein konkretes Datum dahinter setzen. Jetzt frage ich Sie aber:

  • Warum ist das schon so lange her?
  • Warum machen Sie das nicht regelmäßig?
  • Warum irritieren Sie die Fragen (falls Sie Irritation empfinden)?
  • Warum fällt es Ihnen so schwer (oder so leicht) die Fragen zu beantworten?

Und hier werden die Antworten schon kniffliger. Meistens ist es mit einer Begründung nicht getan. Wir müssen tiefer graben und Argumente von mehreren Seiten beleuchten, um eine zufriedenstellende Antwort zu finden.

Problematisch dabei ist nicht zwingend das Finden der Antworten. Problematisch ist, dass wir vergessen und verlernt haben, die richtigen Fragen zu stellen. Stellen wir die richtigen Fragen, finden wir auch Antworten. Stellen wir die falschen Fragen, finden wir nicht die Lösungen, die wir benötigen. Das ist das kleine 1x1 des Innovationsmanagements – und auch eine wichtige Voraussetzung in Zeiten der Veränderung.

Verändert sich unser (Arbeits-)Umfeld, ist ein kritisches Warum entscheidend, um dem Prozess dahinter auf die Spur zu kommen und darauf aufbauend eine eigene Meinung zu bilden, inwieweit die Veränderung gut und richtig ist und mitgetragen werden kann – oder an welchen Stellen eine Akzeptanz, ein Konsens in die falsche Richtung führt und korrigiert werden sollte.

Melanie Vogel

 

Melanie Vogel (www.melanie-vogel.com) ist Unternehmerin aus Überzeugung, Andersdenkerin aus Begeisterung und Impulsgeberin aus Leidenschaft.

Die Fähigkeit zur pro-aktiven und flexiblen Anpassung an sich verändernde Wirtschaftsbedingungen sowie die Sicherung der Zukunftsfähigkeit („Futability®“) von Menschen und Organisationen, sind die zentralen Themen, die sich durch ihre Vorträge, Webinare, Seminare und Keynotes ziehen. Diese Themen greift sie auch regelmäßig in ihrem Futability®-Blog (http://blog.futability.com) auf.

Melanie Vogel ist Geschäftsführerin der InnoLead Academy und der AGENTUR ohne NAMEN GmbH, die als Initiatorin der women&work, Deutschlands größtem Messe-Kongress für Frauen, 2012 mit dem Innovationspreis "Land der Ideen" ausgezeichnet wurde.

Die nächste women&work findet am 25. April 2015 in Bonn statt. Melanie Vogel wird dort auch einen Vortrag zum Thema „Futability®“ halten. Wer Interesse hat, mehr darüber zu erfahren, klickt auf www.womenandwork.de.

Unterstützer
Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Baden-Württemberg unterstützt.