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Community-Treffen mit Workshop zum Thema "Frauenkarrieren" bei Würth Elektronik eiSos

Diversity statt Monokultur beim Elektronikbauteile-Hersteller in der Hohenlohe

Rund 30 Mitglieder der Community von Spitzenfrauen-bw.de machten sich am Freitag, den 12. Juli 2019, auf den Weg in die schöne Hohenlohe zur Würth Elektronik eiSos GmbH & Co. KG, um sich in einem Workshop mit Frauen von Würth eiSos zum Thema „Frauenkarrieren“ auszutauschen. Bevor es beim World-Café in die intensive Diskussion ging, hatten die Teilnehmerinnen bei einer Führung die Möglichkeit, den spannenden und stark wachsenden Elektronikbauteile-Hersteller im Nordosten Baden-Württembergs kennen zu lernen.

Ausnahmsweise bereits am Vormittag traf sich die Spitzenfrauen-Community am Hauptsitz der Würth Elektronik eiSos GmbH & Co. KG, die seit 2002 in Waldenburg, keine 20 Kilometer entfernt von Schwäbisch Hall im Hohenlohekreis, liegt. Umgeben von wunderschöner Landschaft hat der Hersteller elektronischer Bauteile dort im Jahr 2016 sein neues, innovatives Logistikzentrum eröffnet - neben Weiden und Wiesen findet sich dort seither ein hochtechnisiertes Lager- und Versandzentrum, das dank Automatisierung mit höchster Flexibilität und Skalierbarkeit punktet.

Begrüßung durch Spitzenfrau Tanja Hochschild

Gastgeberin Tanja Hochschild freute sich sehr über den Besuch und hieß alle Community-Mitglieder herzlich willkommen. Die Spitzenfrau und Diplom-Technomathematikerin hat bei Würth Elektronik eine Doppelfunktion: Sie ist „Global Head of Post Merger Integration“ sowie „Head of Software Development“ - und aktuell die einzige Frau im geschäftsleitenden Gremium. Nicht nur deshalb liegen ihr die Themen Diversity und Frauenkarrieren am Herzen. Vielmehr ist Frau Hochschild der Überzeugung, dass eine diverse Belegschaft ein Unternehmen erst richtig stark macht, wie sie bei ihrer Begrüßung betonte: „Wir wollen bei Würth Elektronik keine Monokultur sein, denn Monokulturen sind anfällig! Ich möchte, dass wir -  das Männer und Frauen - zusammen Führungsverantwortung übernehmen und zusammen das Unternehmen zum Erfolg führen“. Mit einem Frauenanteil von rund 37 Prozent sieht Hochschild außerdem ein großes weibliches Potenzial für das Unternehmen. Aktuell fällt allerdings der Frauenanteil im oberen Management ab. In Zukunft sollen mehr Frauen auch in höhere Führungspositionen kommen. Dementsprechend stand der Besuch der Spitzenfrauen-Community bei Würth Elektronik ganz unter Frau Hochschilds Motto WoMen: We lead together! 

Führung durch den hochmodernen Standort

Bei einer Führung durch das neue Lager und das Bürogebäude konnten sich die Besucherinnen dann ihr eigenes Bild vom Unternehmen machen. Logistikleiter Georgios Stamos und Lagerverantwortlicher Nikos Minakis berichteten dabei nicht nur von der erfolgreichen Umstellung vom manuellen zum automatisierten Shuttle-Lager, sondern gaben auch Einblicke in die Kultur von Würth Elektronik. Beide sind sichtlich stolz auf „ihr“ Unternehmen und den Standort Waldenburg, der das Herzstück des Unternehmens bildet. Dank neuester Technologie können Kunden von der Hohenlohe aus national innerhalb von 24 Stunden bzw. international innerhalb von 48 Stunden beliefert werden. Der Weg dorthin, das geben beide zu, war aber durchaus eine Herausforderung. Bei den langjährigen MitarbeiterInnen wurde Widerstand spürbar, sodass intensives Change Management gefragt war. Denn in der Belegschaft war die Sorge groß, dass Arbeitsplätze abgebaut werden könnten.  Um diese Bedenken zu entkräften, wurden bei der Planung und Umsetzung immer wieder MitarbeiterInnen eingebunden und zum Beispiel zu Besprechungen eingeladen – mit Erfolg! Seit zwei Jahren werden die LagermitarbeiterInnen von 66 automatischen Lager-Shuttles unterstützt, die selbstständig durch die sechs Gänge und sieben Ebenen des Shuttle-Lagers navigieren und die bestellten elektronischen Bauteile auf den Weg in Richtung Versand bringen. Der Standort wächst weiter und bereits Anfang kommenden Jahres soll eine weitere Lagerfläche in Betrieb genommen werden.

Würth Elektronik auf Wachstumskurs

Tatsächlich konnte durch die Modernisierung die Beschäftigtenzahl im Lager von 35 in 2011 auf 75 in 2019 gesteigert werden: „Die Technik bringt sehr viele Herausforderungen mit sich,“ erklärt Stamos – und weiter: „Unsere Anlage muss gewartet und gesteuert werden - dafür haben wir die Kolleginnen weitergebildet und dann neue eingestellt, um die entstandenen Lücken zu schließen.“ Die Shuttles beispielsweise werden im eigenen Haus gewartet. Das dynamische Wachstum des Unternehmens ist wiederum selbst eine Herausforderung. Denn am Standort Hohenlohe ist es durch die ländliche Intrastruktur einerseits und die Vollbeschäftigung in der Region andererseits durchaus schwer für Würth Elektronik, sich im Kampf um neue MitarbeiterInnen und insbesondere Fachkräfte gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Bisher scheint es dem Unternehmen jedoch zu gelingen, genug Fachkräfte für sich zu gewinnen. Aktuell sind am Standort Waldenburg circa 800 der weltweit 6.700 MitarbeiterInnen beschäftigt, im Logistikbereich liegt die Fluktuationsrate bei circa einem Prozent – ein Wert, von dem andere Unternehmen nur träumen können. Das Erfolgsgeheimnis: Würth Elektronik denkt langfristig und investiert in die Belegschaft. Zwar werden auch Leiharbeitskräfte beschäftigt, diese haben aber von Anfang an dieselben Rechte und Pflichte wie reguläre MitarbeiterInnen (z.B. regelmäßige Personalgespräche) und werden in aller Regel übernommen. MitarbeiterInnen, die aus dem Ausland und ohne Sprachkenntnisse zu Würth Elektronik kommen, erhalten Deutschunterricht während der Arbeitszeit.

Menschen im Mittelpunkt der Unternehmenskultur

Trotz etwas Zeitverzug und nahendem Mittagessen ließ es sich Frau Hochschild dann aber nicht nehmen, die Besucherinnen durch das Hauptgebäude zu führen, dessen Architektur dank viel Glas jede Menge Licht und Luft ins Unternehmen lässt. „Bei den Büros war uns wichtig, dass die KollegInnen sich sehen können und einen Überblick haben“, erklärt die Spitzenfrau. Transparenz, Offenheit und Wertschätzung haben einen hohen Stellenwert in der Unternehmenskultur von Würth Elektronik, der Mensch steht dabei stets im Mittelpunkt. Das können auch die Community-Mitglieder spüren und sehen: Auf dem Gang grüßt man/frau sich, die MitarbeiterInnen kennen und nennen sich alle beim Vornamen. „Klar haben wir auch Workflows und Standards, aber die ganze Firma funktioniert über das persönliche Miteinander“, so Hochschild. Noch heute ist in Waldenburg eine Miniatur genau des Gebäudes zu finden, in dem Würth Elektronik im Gründungsjahr 2002 seinen Anfang fand. Auch die werteorientierte Unternehmenskultur ist im ganzen Gebäude präsent: Überall finden sich Poster und Rollups, auf denen die MitarbeiterInnen und ihre Werte abgebildet sind. Der Rundgang durch den Standort führte die Teilnehmerinnen dann in die Unternehmenskantine, in der sich alle beim Mittagessen für den bevorstehenden Workshop stärken konnten.

Intensiver Austausch beim Workshop "Frauenkarrieren"

Trotz gelebter Werte und offener Firmenkultur kommen bei Würth Elektronik nicht genug Frauen in den oberen Führungspositionen an. Gerade - aber nicht nur - der Außendienst ist stark männlich besetzt, im Team ist nur eine einzige Frau. Seit Herbst 2018 wird im Unternehmen daher intensiv am Thema Frauenkarrieren gearbeitet. Im Fokus stehen dabei vor allem die Aspekte Vereinbarkeit von Familie & Beruf, Mentoring, Karriereplanung und Fach- & Führungskarrieren. Frau Hochschild tat sich selbst am Anfang etwas schwer mit dem Frauenthema. Doch schnell entwickelte sich der "Frauenfunken" zum "Unternehmensfeuerwerk", wie sie heute voller Überzeugung sagt. Nicht nur Frauen, auch Männer sind Teil der Arbeitsgruppen, die sich mit den verschiedenen Karrierethemen beschäftigen. "1 + 1 = 3", so steht es auf einem der zahlreichen Rollups im Bürogebäude von Würth Elektronik in Waldenburg. Soll heißen: Wenn zwei sich austauschen, kommt garantiert etwas Neues dabei heraus!  Das galt auch für den Workshop "Frauenkarrieren", bei dem am Nachmittag die anwesenden Mitglieder der Spitzenfrauen-Community gemeinsam mit Frauen von Würth Elektronik die folgenden Themen erarbeiteten:

  1. Stereotype und unbewusste Vorurteile in Bezug auf Frauen in Führungspositionen
  2. Weibliche Rollenvorbilder identifizieren und sichtbar machen
  3. Geschlechtergerechte Ansprache bei Stellenausschreibungen & in der internen Kommunikation

Nach einer kurzen Einführung durch die Tisch-Gastgeberinnen von Würth Elektronik stiegen die Teilnehmerinnen in das World-Café ein. Welche Rolle spielen Stereotype und unbewusste Vorurteile bei der Wahrnehmung von Frauen im Unternehmen? Wie können positive Rollenvorbilder für mehr Frauen in Führung sichtbar gemacht werden? Und wie kann Würth Elektronik verstärkt Frauen beim Recruiting erreichen? Im World-Café wurde an sechs Tischen zwei Stunden lang eifrig diskutiert. Community-Mitglieder aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen brachten dabei ihre eigenen Erfahrungen und teilweise ganz neue Perspektive ein.



So wurde klar: Positive Rollenvorbilder für mehr Frauen in Führung gibt es auch jetzt schon bei Würth Elektronik - neben Spitzenfrau Tanja Hochschild in der Geschäftsleitung sind da zum Beispiel Christin Otto, die erfolgreich in Teilzeit führt, und Sabrina Walz, die sich gerade zur Führungskraft entwickelt. Inzwischen gibt es im Unternehmen auch immer mehr Männer, die in Elternzeit gehen und damit ebenfalls dazu beitragen, überholte Rollenmuster aufzulösen. Der kreative Output kann sich sehen lassen: Wer sich für den Workshop im Detail interessiert, kann die Ergebnisse hier nachlesen.

Nach dem intensiven Austausch und heißen Diskussionen gab es ein Eis zur Abkühlung, bevor sich alle Teilnehmerinnen auf den Heimweg machten.

Wir bedanken uns herzlich bei Würth Elektronik für den spannenden Tag und die interessanten Einblicke ins Unternehmen und bei allen Teilnehmerinnen für ihre Beiträge und Impulse.

Weitere Impressionen vom Community Treffen bei würth Elektronik in Waldenburg finden Sie in der Bildgalerie im Login-Bereich...

Unterstützer
Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Baden-Württemberg unterstützt.