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Community-Treffen bei VAUDE in Tettnang

Nachhaltig beeindruckend: Spitzenfrau Antje von Dewitz und ihre Unternehmensvision

Über 30 Community-Mitglieder des Karriereportals Spitzenfrauen-bw.de trafen sich am Freitag, dem 22. Februar 2019, zu einem Community-Treffen bei VAUDE in Tettnang, um in Vorträgen und Führungen mehr über nachhaltiges Wirtschaften und die Führungs- und Unternehmenskultur bei VAUDE zu erfahren. Dabei wurden sie von Spitzenfrau und VAUDE-Geschäftsführerin Dr. oec. Antje von Dewitz und ihren Mitarbeiterinnen Lisa Fiedler, Unternehmensentwicklerin & Leiterin der Nachhaltigkeitsakademie, sowie Anne Elleke, die für den Bereich Organisationsentwicklung verantwortlich ist, in ein faszinierendes Unternehmen eingeführt, das die Teilnehmerinnen nachhaltig beeindruckte.

An diesem Freitagmorgen im Februar wurde die verkehrsreiche A8 von vielen Frauen aus der Spitzenfrauen-BW-Community gerne in Kauf genommen, um pünktlich um 9:45 Uhr in Obereisenbach bei Tettnang einzutreffen und zu erfahren, wie der Mittelständler VAUDE es schafft, Nachhaltigkeit so wirkungsvoll und allumfassend zu leben.

VAUDE = 360° Nachhaltigkeit

Während ihrer Begrüßung erklärte Geschäftsführerin Antje von Dewitz den Teilnehmerinnen, was der Begriff „Nachhaltigkeit“ bei VAUDE umfasst und wie sie diese Philosophie systematisch zusammen mit ihren Mitarbeitern umsetzt, nachdem sie das Unternehmen von ihrem Vater übernommen hat. In welchen Winkel des Unternehmens man auch schaut,  ökologische, soziale und auch ökonomische Nachhaltigkeit sind überall präsent: Beim Transport der Produkte wird auf das Flugzeug verzichtet und der LKW kommt erst zum Einsatz, wenn es keinen ÖPNV mehr für den Weitertransport gibt; mit Lieferanten werden Nachhaltigkeits-Workshops gemacht, die wiederum mit ihren Vorlieferanten dazu ins Gespräch kommen; Materialreste, die in der hauseigenen Produktion anfallen, werden „upgecycelt“; am Löschteich helfen Grundschüler/innen aus der Umgebung bei der Umsiedlung von Amphibien.

Überhaupt sind in Tettnang „Reparieren statt wegwerfen“ und „Don’t buy – rent it!“ nicht nur Slogans, sondern echte Leitsätze: Die besten Parkplätze gehen nicht an die Geschäftsleitung, sondern an die Fahrgemeinschaften; wer sich CO2-freundlich zu Fuß, mit dem Rad oder in der Fahrgemeinschaft zur Arbeit bewegt hat, hat regelmäßig die Chance einen Preis beim Mobilitätslotto zu gewinnen; Mitarbeiter können E-Bikes und anderes Outdoor-Equipment ausleihen; das Bio-Essen in der Kantine ist nach Preisen gestaffelt, so dass es sich auch Mitarbeiter mit weniger Gehalt mühelos leisten können.

Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch

Bei all dem hat die Umsatzentwicklung des Geschäftsjahrs 2017 ein Plus von 6,3 Prozent an Brutto-Umsatzerlösen im Vergleich zum Vorjahr gebracht. Die absolute wirtschaftliche Leistung beläuft sich dabei auf einen Umsatz von über 100 Mio. Euro. VAUDE wächst somit in einem stagnierenden Markt überdurchschnittlich – auch im direkten Vergleich mit dem europäischen Outdoor-Markt. Hier zeigt sich: Die Vision von ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit ist umsetzbar und überhaupt kein Widerspruch zu positiven ökonomischen Ergebnissen.

Spitzenfrau Antje von Dewitz verfolgt eine unternehmerische Vision: Nachhaltiges Wirtschaften

Aber wie schafft man das? Die Grundvoraussetzung für so eine Unternehmung ist eine echte Vision  und ein starker Wille. Beides hat Antje von Dewitz, die „VAUDE 2009 von ihrem Vater Albrecht übernommen hat. Sie ist selbst Mutter von vier Kindern und will „die Erde für sie erhalten“. Neben den ökonomischen Erfolgen als Unternehmerin sieht sie sich daher stark in der Verantwortung für soziale und ökologische Themen.

Antje von Dewitz ist der Meinung, dass die Wirtschaft in die falsche Richtung läuft. Die promovierte Ökonomin ist eine Verfechterin der Gemeinwohl-Ökonomie - einem ethischen Wirtschaftsmodell, welches das Wohl von Mensch und Umwelt als oberstes Ziel des Wirtschaftens definiert. Ein lohnenswertes Ziel, das aber teilweise nur auf einem steinigen und schweren Weg erreicht werden kann. Das VAUDE-Team hat schon viele Steine aus dem Weg geräumt und von Dewitz ist sich auch darüber im Klaren, dass noch so manch einer vor ihnen liegt. Dabei handelt es sich nicht nur um gesetzliche Vorgaben und politische Hürden, sondern auch um schlichte interne Zielkonflikte bei den Produkten, wie zum Beispiel Funktionalität (wasser-, fett- und schmutzabweisende Eigenschaften) vs. Umweltfreundlichkeit/Schadstoffvermeidung (PFC-freie Materialien). 

Den Grundstein für das Wirtschaften bei VAUDE bildet laut Lisa Fiedler, Unternehmensentwicklerin & Leiterin der Nachhaltigkeitsakademie, das Leitbild. Dieses wurde mit allen VAUDE-Abteilungen in Workshops erarbeitet und besteht im Kern aus drei Begriffen: 1. Wir können nur gemeinsam und im partnerschaftlichen Umgang die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen, 2. Der Berg steht für die hohen Anforderungen und das Naturerlebnis, 3. Vorwärts symbolisiert das Streben nach innovativen, umweltfreundlichen Lösungen. Dabei gilt es diese drei Begriffe stets in Balance zu halten.

Nach diesen spannenden ersten Einblicken zum Thema „Nachhaltiges Wirtschaften“ konnten sich die Teilnehmerinnen bei einer Betriebsführung selbst von der Umsetzung überzeugen. Begonnen wurde in der Prototypen-Werkstatt, wo neue Produkte zunächst von Hand gefertigt werden. Als Nächstes besuchten alle gemeinsam die  „Manufaktur“ am Firmenstandort, in welcher vor allem Fahrradtaschen und Rucksäcke hergestellt, verpackt und versendet werden. Ein Großteil der weiteren Produktion findet in Asien statt – natürlich unter fairen Bedingungen mit nachhaltig produzierten Materialien. Beim Besuch der  Büroräume wurde nochmals deutlich erkennbar, wie sich auch in den Räumlichkeiten die besondere Unternehmenskultur widerspiegelt. Im Anschluss an die Betriebsführung stand eine ordentliche Stärkung in der VAUDE Bio-Kantine „Mittagsspitze“ auf dem Plan. Dort treffen sich sowohl Kollegen, als auch Familienangehörige und ihre Kinder sowie externe Gäste zum gemeinsamen Essen.

Unternehmens- und Führungskultur bei VAUDE

Anne Elleke ist bei VAUDE für die Organisationsentwicklung zuständig und leitete mit ihrem Vortrag über Führungskultur und Führungsrollen den Nachmittag ein. Wider Erwarten gibt es bei VAUDE ganz klassische Hierarchiestufen: Geschäftsführung und Geschäftsleitung, Bereichs-, Abteilungs- und dann Teamleitung. Strukturen, die auf den ersten Blick nicht so recht zu diesem agilen Unternehmen passen möchten. Aber diese Strukturen haben sich einfach als gut erwiesen und Antje von Dewitz erlebt eine gute Dualität gerade in der abteilungsübergreifenden Arbeit. Das liegt aber daran, dass, trotz dieser klassischen Hierarchiestufen, Führung bei VAUDE nicht im klassischen Sinne definiert  wird. Führungskräfte sind bei VAUDE „Rahmengeber“. Begriffe wie „sich auf Augenhöhe begegnen“, „Wertschätzung“ und „Selbstwirksamkeit“ sind dabei entscheidend und keineswegs nur inflationär benutzte Worthülsen. Anne Elleke erklärt, dass diese Rahmengeber/innen nach wie vor die notwendigen Entscheidungen fällen und das WAS und WIE formulieren: Sie schaffen Rahmenbedingungen, setzen Ziele und bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Gleichzeitig kann jedes Teammitglied in seiner/ihrer Kernkompetenz als VAUDE-Botschafter/in, Ökonom/in, Visionär/in, Mentor/in, oder Experte/in die Führung im Team übernehmen. Bei VAUDE ist man sich sicher: EINE Person muss und soll nicht alles können und wissen!

VAUDE erwartet Einiges von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Herz, Seele und zu Spitzenzeiten Höchstleistungen. Im Gegenzug möchte Frau von Dewitz es ihnen auch ermöglichen, Leben und Arbeit in eine gute Balance zu bringen. VAUDE bietet dazu u. a. verschiedene Arbeitszeitmodelle, Homeoffice und Kinderbetreuung vor Ort. Das Ziel ist Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein wertschätzendes Miteinander ermöglichen. Gleichsam werden alle immer wieder dazu angeregt, ihre Selbstwirksamkeit zu reflektieren und Verhaltensoptionen zu überprüfen.

In der abschließenden Fragerunde konnte Antje von Dewitz noch einmal  sehr deutlich machen, mit welch hohem persönlichen Engagement sie dieses Unternehmen VAUDE führt und prägt. Sie verfolgt ihre Ziele gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und sie konnte mit ihrem authentischen Auftreten die Spitzenfrauen-Community mitnehmen. In diesem Sinne entsprach dieser Tag dem Wunsch von Antje von Dewitz, dass die angesprochenen Themen gleich einem „Tropfen im Wasser Kreise“ ziehen und „Hoffnung in diese verrückte Welt“ bringen. Vielen Dank!

 

Weitere Impressionen vom Community Treffen bei VAUDE in Tettnang finden Sie in der Bildgalerie im Login-Bereich...

Unterstützer
Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Baden-Württemberg unterstützt.